04. Juli 2014

Kunststoffe im Rennsport

Evonik Industries hat mit dem bayerischen Kleinstserienhersteller Roding Automobile einen Superleichtbau-Sportwagen konstruiert. Der Bolide wird in diesem Jahr in der DMV Touring Car Championship (DMV TCC) eingesetzt.

Seine Premiere war Mitte Juni beim Rennen auf dem Hockenheimring. Basis des neuen Wagens ist ein Roadster der Sportwagenschmiede Roding Automobile GmbH aus dem gleichnamigen Ort Roding im Bayerischen Wald. Das Fahrzeug wird von Roding zu einem Rennfahrzeug umgebaut und dabei mit Produkten von Evonik für den Automotivebereich ausgerüstet wie Additiven für Motorsportöle, Vestamin für carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFK) oder dem Leichtbauwerkstoff Rohacell.

Scheiben aus Plexiglas
Eingesetzt wird der Wagen von den Frankfurter Rennsportspezialisten Bremotion, die dem Fahrzeug auch den letzten Schliff für die Rennstrecke verpassten. "Mit diesem Rennsportprojekt vertiefen wir die Kompetenz von Evonik bei der Herstellung ausgeklügelter Bauteile aus unseren Spezialchemikalien und zeigen Partnern aus der Automobilindustrie ihre praktische Anwendung“, erklärt Eckart Ruban, Leiter des Automotive Industry Teams (AIT) von Evonik, den Hintergrund des Engagements. Im AIT bündelt Evonik seine Automotiveaktivitäten.

Evonik nutzt den Wagen als Technologieträger und liefert dazu in einem ersten Schritt Lösungen in den Kompetenzfeldern Leichtbau, Kraftstoffeinsparung und Emissionsreduzierung. So verfügt der Bolide über Scheiben aus Plexiglas, die im Vergleich zu üblichen Verscheibungen für eine Gewichtseinsparung von circa 50% sorgen. Den Roding Roadster als Rennfahrzeug setzt das AIT mit seinen Partnern in diesem Jahr erstmals ein.

Der neue Rennwagen wird von einem 360 PS starken turboaufgeladenen Sechs-Zylinder-Motor angetrieben, bietet ein CFKLeichtbauchassis und wiegt 1.050 kg. "Der Superleichtbau-Sportwagen hat damit ideale Voraussetzungen für den Einsatz auf der Rennstrecke“, bestätigt Ruban optimistisch. Im Laufe der Saison werden weitere Materialien von Evonik eingesetzt und unter extremen Rennbedingungen getestet. Evonik erwartet dadurch auch zusätzliche Erkenntnisse im Hinblick auf Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit seiner Produkte.

Evonik liefert in Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie und weiteren Projektpartnern ständig neue Impulse für die Mobilität der Zukunft. Spezialisten aus verschiedenen Geschäftsbereichen des Unternehmens entwickeln dabei Materiallösungen für den Automobilbereich in den Entwicklungsfeldern Leichtbau, Kraftstoffeinsparung, Beleuchtungs- und Oberflächentechnik.

Roding ist ein im Jahr 2008 gegründetes Technologieunternehmen und Kleinstserienhersteller mit umfassender Leichtbau-/Composite- und Gesamtfahrzeugexpertise.

Fachbeitrag in K-ZEITUNG ONLINE, dem Branchen- und Meinungsportal der Kunststoff- und Kautschukindustrie.